Gesundheitliche Vorausplanung (Advance Care Planning)

Rahmenkonzept Gesundheitliche Vorausplanung

Am 10. April 2018 wurde bei der 3. Forumsveranstaltung der Nationalen Plattform Palliative Care ein neues Grundlagendokument vorgestellt: «Gesundheitliche Vorausplanung mit Schwerpunkt ‹Advance Care Planning›. Nationales Rahmenkonzept für die Schweiz».

Über «Advance Care Planning» hat man schon seit einiger Zeit diskutiert, so auch beim Nationalen Palliative Care Kongress 2016. Nun wird dieses Konzept mit dem Oberbegriff «Gesundheitliche Vorausplanung» in einen grösseren Rahmen gestellt. Man unterscheidet drei Ebenen der Vorausplanung. 1. Allgemeine Vorausplanung («planning»): Jemand macht sich Überlegungen zu den eigenen Werten, befasst sich mit der eigenen Endlichkeit, trifft Regelungen für die letzten Dinge. 2. Krankheitsspezifische Vorausplanung («care planning»): Bezogen auf ein bestimmtes Krankheitsbild werden die individuellen Behandlungswünsche erfasst. Dies geschieht in einem strukturierten Prozess, an dem die betroffene Person, ihre Angehörigen sowie Fachpersonen beteiligt sind. 3. Gesundheitliche Vorausplanung für einen Zeitpunkt der eigenen Urteilsunfähigkeit («Advance Care Planning»): Bezogen auf verschiedene Situationen der eigenen Urteilsunfähigkeit werden vorausschauend bestimmte medizinische Handlungsanweisungen festgehalten, z. B. in einer ärztlichen Notfallanordnung. «Gesundheitliche Vorausplanung» ist also ein umfassender Prozess, «Advance Care Planning» die letzte Konkretisierung im Hinblick auf Entscheidungen am Lebensende. Anders als bei der Patientenverfügung (die oft im «stillen Kämmerlein» ausgefüllt wird) beruht der Prozess auf strukturierten und regelmässigen Gesprächen mit Fachpersonen. Voraussetzung ist, dass das Konzept der Vorausplanung in einer Region umgesetzt wird und allen Akteuren des Gesundheitswesens bekannt ist.

Seelsorger/innen können viel zum Gesprächsprozess beitragen, weil sie über wichtige Kompetenzen schon verfügen. a) Alle Seelsorger/innen (auch im Gemeindepfarramt) sollten das Grundverständnis der Gesundheitlichen Vorausplanung kennen. b) Alle Spitalseelsorger/innen sollten über Advance Care Planning informiert sein und wissen, wie die Vorausplanung an ihrem Arbeitsort umgesetzt wird. Als «Türöffner» können sie Patienten darauf hinweisen, dass es diese Möglichkeit gibt. c) Einzelne Spitalseelsorger/innen sollten die Weiterbildung für Advance Care Planning absolvieren, damit sie als Gesprächsbegleiter/innen eingesetzt werden können (wie es z. B. im Universitätsspital Zürich der Fall ist).

Andreas Egli

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